Melden Sie sich jetzt mit Ihren Zugangsdaten an:

 
Zugangsdaten vergessen?
 Neues Passwort anfordern
Noch keinen Zugang?
 Zum Kontaktbereich
 

Grußwort OStD Heinz Buss

 

OStD Heinz Buss Zueignung/Prolog in der Aula

Ich grüße Euch, verehrte Gäste,
Zum heut’gen Wiedersehensfeste
Und freue mich, just nach fünf Jahren,
Die sicherlich sehr hektisch waren,
Euch wieder hier gesund zu sehen
Von Kopf bis Fuß, ja zu den Zehen,
In neuer Aula unsrer Penne,
Die selbst ich noch nicht lang kenne.
Ich freue mich, dass Ihr heut hier
In Lingen seid. Doch mit Quartier?
2015 wird Terminefindung
Wohl zeugen von mehr Heimatbindung,
Sodass wir besser in der Lage
Zu feiern Georgianertage!

Doch von dieser Art Geschichten
Will ich Euch heute nicht berichten,
Denn die Jüngstvergangenheit
Hielt Besseres für uns bereit.
In Reimen hab ich aufgeschrieben,
Was wir in letzter Zeit so trieben.
Ich trag es vor als ein Chronist,
Und Wilhelm Busch mein Pate ist.
Denn was in Reimen vorgetragen,
Liegt später nicht so quer im Magen,
Wie Prosa, die, wie ihr wohl wisst,
Wie Wahrheit schwer verdaulich ist.

Doch Wahrheit ist’s, die uns frei macht,
So steht’s schon in Johannes 8.
In unserem Flur steht’s an der Wand,
Sehr vielen leider kaum bekannt.
Man läuft tagtäglich dran vorbei,
Als ob es nur Verzierung sei.
Dabei ist dies Zitat ganz richtig,
Für’s Georgianum äußerst wichtig:
Denn Suche nach Wahrheitserkenntnis
Bringt Freiheit und der Welt Verständnis
Und außerdem der Evangelist
Patron vom Johanneum ist.
Vorspiel im Theater

Fünf Jahre ist es jetzt her schon,
Da stand ich hier am Mikrophon
Und konnte euch ganz knapp erzählen
Von Dingen, die die Schule quälen,
Von Reformen, beinah täglich,
Von höheren Normen - unerträglich,
Von anstehender Schulinspektion,
Die uns bedrückte, damals schon.
Sek. II zu reorganisieren,
Zentralabi schnell einzuführen,
Das galt es zwischendurch zu schaffen.
Wir wähnten uns im Land der Affen,
Die hangeln so von Ast zu Ast
Und nicht dran denken, ob das passt.
Abi nach 12 – G8 genannt
Gilt jetzt im Niedersachsenland.
Eigenverantwortlich sind wir nun
In unserem schulischen Tun.
Die neuen Kerncurricula
Sind mittlerweile auch schon da.
Ganztagesschule wir anbieten
und Unterrichtsbücher sind zu mieten.

Ja, vieles ist neu eingeführt.
Die Schulgemeinschaft hat’s gespürt.
Zwar ist schon manches überwunden,
Doch wenn man denkt, es sei verschwunden,
Es wieder etwas Neues gibt,
Hannover wohl Abwechslung liebt.
Ich glaub, wenn das so weiter geht,
Des Pädagogen Freud vergeht,
Denn seine allerhöchste Pflicht,
Das sollte sein der Unterricht,
Und der erfährt nicht Besserung
Durch jährlich eine Neuerung.
Was bringen die Kernkompetenzen,
Wenn Schüler weiter Schule schwänzen,
Weil Stoffes Fülle sie erschlägt?
Nicht jeder diese Last erträgt!
Die Schule heut braucht zunächst Ruhe
Von „action“ und Reformgetue.
Erziehung braucht vor allem Zeit,
Damit die Jugend wohl gedeiht!

Wir hatten allerdings auch Glück:
Die OS kehrte ins Haus zurück!
Wir haben wieder unsere kleinen
Sextaner mit den kurzen Beinen,
Die täglich uns viel Freude machen.
Zurück kam Kinderlärm und Lachen.
Zurück kam, und zwar Gott sei Dank,
Der durchgängige Bildungsgang,
Der währt von Sexta bis zur Prima
Mit gymnasialem Leistungsklima.
Ich hoff’, nie wieder wird gelitten,
Dass ein Gymnasium wird beschnitten,
Niemals gestutzt wird auf sechs Jahre,
Das wär’ der Bildung Totenbahre!
Denn wenn’s Gymnasium dies erfährt,
Ist Bildung keinen Heller wert!
Was sich in NRW jetzt tut,
Ist nicht für’s Leistungsstreben gut.
Das eine nämlich sag ich Euch,
Die Menschen sind nun mal nicht gleich.
Was dort passiert, oh meine Güte,
das ist Missachtung der Elite!

Zwar wird man auch vom Eintopf satt,
Doch steht auf einem andren Blatt
Die haute cuisine, die, wir ihr wisst,
Feinschmeckern unverzichtbar ist.
Die Wähler Hamburgs sind zu loben,
Die solch unvernüft’ges Toben
Wohl ganz richtig eingeschätzt
Und ein P davor gesetzt!

Doch wie’s so kommt – nach jedem Streich
Folgt dann der nächste also gleich.
Davon will ich jetzt berichten,
als Teil meiner Chronistenpflichten.
1. Akt – Die Krise baut sich auf

Oh wie lieblich, oh wie schicklich,
Sozusagen herzerquicklich,
Ist es doch für eine Gegend,
Wenn zwei Gymnasien, die vermögend,
Außerdem mit sich zufrieden,
Doch von Schülerzahl verschieden,
Wenn nun diese, sag ich, ihre
Dazu nötigen Papiere
Sowie auch die Haushaltssachen
Wieder ’mal in Ordnung machen
Und in Ehren und beizeiten
In die Zukunft müssen schreiten,
Wie es denen, welche lieben,
Vom Gesetze vorgeschrieben,
Ruft zunächst man freudiglich:
Gott sei Dank, sie haben sich!
Macht ein Ende eurer Brunft
Und ersetzt sie durch Vernunft!

Dass es zur Hochzeit aber endlich
Kam, das war nicht selbstverständlich,
Denn offensichtlich war der Reiz
Des Georgianums - elterlicherseits
Und auch bei Kindern - äußerst stark,
Was sicherlich wohl daran lag,
Dass allerseits Beachtung fand
In Lingen und im Ling’ner Land
Das Klima unsrer Lehranstalt,
Mit Herzenswärme und nicht kalt,
Ohne auf Leistung zu verzichten,
Das wussten alle zu berichten!
Die Schülerzahl beständig stieg
Ganz ohne einen Werbekrieg,
Und bald schon drohte die Gefahr,
Dass nur noch eine Penne da.
Die Propaganda Mund zu Mund
Tat überall im Lande kund:
„Das GG läuft wie geschmiert!
Die Inspektion hat’s attestiert,
Es scheint, im ganzen Niedersachsen
Ist kein Gymnasium ihm gewachsen.

Ich schick mein Kind auf diese Penne
Zu diesem Kerl, den ich noch kenne
Aus meinen eignen Schülertagen,
Wo wir uns mussten bei ihm plagen.
Doch wenn wir ihm die Kinder geben,
Werden sie -wie wir- schon überleben!“
Kurzum, der Ruf die Schule stärkte!

Als die Behörde dies bemerkte
Und’s nicht mehr hielt für dumme Faxen,
Beendet sie das weitere Wachsen.
Vielleicht war ihr es nicht geheuer,
Vielleicht auf Dauer auch zu teuer.
Bei sinkender Geburtenzahl
Sah sie wohl keine andre Wahl:
Nur einer Schule ward gegeben
Das Recht zum weitren Überleben.
Chor

Wir fragen Ärzte hier im Saale,
was hilft in diesem Jammertale?
Man weiß, nach einer Anamnese
Gibt es zunächst die Hypothese:
Beim einen ist’s Hypertrophie,
Beim andren wohl Anorexie!
Doch was nützt die Diagnose,
geht die Behandlung in die (daneben) ?
Gezielte Therapie tut Not,
um abzuwenden nahen Tod!
2. Akt – Die Katharsis
1. Szene : Die Entscheidungsfindung

Also hieß jetzt der Beschluss,
Dass man fusionieren muss,
Um mit Georgianums Energie
Zu heilen die Anorexie,
Die, wie ihr wohl alle wisst,
Ohne Hilfe tödlich ist.
Selbstheilungskräfte gab es nicht,
So stand Behörde in der Pflicht
Und gab dazu dann ihren Segen
Für schmerzhaftes Zusammenlegen.
Man hatte bald den Namen schon
Für diese Neuinstitution.
Beim Blick in die Vergangenheit
Lag der Gedanke gar nicht weit
Entfernt für eine Namensfindung
Zu dieser ehelichen Bindung,
Die so, mit Rücksicht auf Geschichte,
Den Namen „Georgianum“ kriegte.
Was nicht von allen schön empfunden,
Weil dies auch mit Verlust verbunden.
Doch immer noch passiert’s der Braut,
Dass Bräutigam den Namen klaut.
2. Szene : Der Einigungsprozess

Ja, beide Schulen war’n was Schönes,
Mangelte auch dies und jenes.
Man pflegte seinen eignen Stil,
Von einem wenig, and’rem viel,
Von einem dies, von and’rem das,
Es hatte schließlich jeder was
Zu bieten seiner Schülerschaft.
War das jetzt alles hingerafft?
Des Emslands größte Schule werden
Schien nicht das höchste Glück auf Erden.

Man diskutierte laut und leise
Ganz eifrig im Kollegenkreise,
Erkannte schließlich Hintergründe,
Auch den Verlust so mancher Pfründe.
Man schimpfte, nickte, plauderte.
Der Abschied kam, man zauderte,
Und ehe man was Böses wähnte,
Tat’s etwas weh, das Auge tränte.
Und das ist keine Unkerei,
’Ne Freudenträne war dabei,
Die manch einem im Auge stand,
Weil er jetzt dachte: Gott sei Dank,
Nun ist’s vorbei!
(Womit? - Die Antwort steht euch frei!)
3. Szene : Finale

Es dauerte nur kurze Zeit,
Da machte sich die Einsicht breit,
Dass, wenn man stößt auf so gewisse
Unbequeme Hindernisse,
Dann hat man, um sie aufzuheben,
Sich nur dem Schicksal zu ergeben.
Der Ratschluss kann nur weise sein,
Göttliche Eingebung stellt sich ein,
Und selbige wird es schon lenken
- Meist anders, als die Lehrer denken!

Doch Lehrer sind gar nicht so übel,
Erweisen sich als sehr flexibel.
Wie es denn auch bei uns zu sehn,
Dass Schmerzen bald vorüber gehen.
Nach kurzer Zeit ward es gemütlich,
Und täglich, stündlich, ja minütlich
Da können wir, wie alle sehen,
Arm in Arm spazieren gehen.
Was soll’n wir auch die Wunden lecken?
Nach vorne schau’n, Zukunft entdecken!
Nur nicht auf Miesepeter hören,
Weil sie den Fortschritt nur erschweren!
Denn bei genauerer Betrachtung
Steigt mit der Nähe auch die Achtung.

Von dem, was irgend schön und lieblich,
Segensreich und branchenüblich
Ein Pädagogenherz ergetzt,
Zu großen Teilen hat man’s jetzt:
Ein umgebautes Lehrerzimmer
Erfreut den Pädagogen immer.
Sind Klassenräume auch recht fern,
„Bewegte Schule“ wandert gern.
Und weil der Chef sitzt weit entfernt,
Man’s Treppensteigen nicht verlernt.
Auch ist für Ganztagesbetrieb
Uns diese neue Mensa lieb,
Weil man bislang beim Mittagessen
Dem Nachbarn auf dem Schoß gesessen.
Die Pausenhalle wird jetzt frei,
Mahlzeit mit Platzangst ist vorbei.

Noch herrscht eine gewisse Trübung
In dem Bereich der Leibesübung,
Doch spätestens im Januar,
Dann stehen neue Hallen da.
Sportunterricht ist dann vor Ort,
Transportbeschwerden fallen fort,
Wir müssen nämlich nicht mehr wandern
Von einer Halle zu der andern.
Kurzum, Verstand sowie Empfindung
Schätzt heut die eheliche Bindung,
Die sinnvoll ist, so glaubt mir das,
Sub specie aeternitas!
(aeternitatis heißt es richtig –
aus Reimesgründen d’rauf verzicht ich!
Diese Bemerkung muss wohl sein,
so bleibt der Genitivus rein!)
Chor

Wisst ihr auch, was sich gehört,
wenn man sich ew’ge Liebe schwört?
Ein Jawort man nur einmal gibt
und niemals einen anderen liebt!
Mit dem Franziskus fusionieren?
Dem Georgianum darf das nie passieren!
Denn Hybris oder Übermut
Bekommt den Menschen gar nicht gut!
Sei immer Euch die Wahrheit wichtig!
Nur dieser Weg ist für Euch richtig!
Epilog

Das war in Reimen euch berichtet
Vom Stand der Dinge, nicht erdichtet.
Es geht, so wird wohl allen klar,
Dem Georgianum wunderbar!
Dies wird in permanentem Streben
Wohl auch die Zukunft überleben!
Denn wer stets strebend sich bemüht,
Am End’ wohl auch Erlösung sieht!
Dies wusste Goethe damals schon
Und Faust bekam dafür den Lohn!

Und sollt’ es Interessierte geben,
Die nach noch mehr Erkenntnis streben
Und möchten unsre Schule sehen,
Dann können sie gleich mit mir gehen
Durch das Gebäude da dort drüben.
Sie werden spüren, dass wir lieben
Das Georgianum, so wie’s steht,
Und dass es niemals untergeht!
Der alte Geist ist immer noch
Vielleicht zu spüren - glaubt mir’s doch!
Ich lade Euch ganz herzlich ein,
Das gilt für alle, groß und klein,
Auch zwischendurch hereinzuschauen,
Ob Männer, Kinder oder Frauen!

Auf weit’re Red’ ich nun verzichte,
Ein Ende mach’ ich dem Gedichte.
Beim Gaudeamus igitur
Stört Reden unser Singen nur.
Ich wünsche uns noch schöne Stunden
Des Wiedersehn’s in frohen Runden,
’Nen Festball, bis die Schwarte kracht,
Und Frühschoppen bis in die Nacht,
’Nen Festvortrag, der uns ergötzt,
Humorvoll, mit Verstand durchsetzt,
Dafür Herr Brinker ist bekannt
Im Energieerzeuger-Land!

Gleich im Foyer ist schon erhältlich
Die Chronik, doch nicht unentgeltlich.
Kauft gern, denn ihr wohl alle wisst,
Dass Sponsoring heut’ wichtig ist.
Ein Dank für die Georgianer-Spende
Für Kletterturm und Kletterwände:
Sie sind schon in Besitz genommen,
Bevor sie baulich abgenommen,
Und fördern den Bewegungsdrang
Der Schüler, dafür unser Dank!

Ein Lob dem Vorstand des Vereins:
Für dieses Fest die Note 1,
Besonders unser’m Schulz, dem Walter,
Dem langjährigen Festgestalter,
Der 2005 – ist wirklich wahr ! –
Schon ein Georgianum sah!
Was zweifellos uns wieder lehrt,
Man besser auf die Alten hört!
Mein Dank gilt letztlich Eurer Runde,
Die artig lauschte meiner Kunde,
Dem Landrat und dem Architekten,
Dafür, dass sie Begeisterung weckten,
Nebst all’n, die dazu beigetragen,
Dass wir in dieser Aula tagen!

Dank Gott, dem Herrn, zum guten Schluss!
Das war’s für heut -
gez. Buss